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Version 1.05
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Standard "Kieferkontrollgriff"

 
Die unzureichende Kopfkontrolle von Schlaganfallpatienten erschwert sowohl die Nahrungseingabe wie auch die Mundpflege. Ein besonderer Griff ermöglicht es, mit einem Arm sowohl den Kopf zu halten und gleichzeitig den Kiefer zu kontrollieren. Die andere Hand bleibt dann frei.
 

Wichtige Hinweise:

  • Zweck unseres Musters ist es nicht, unverändert in das QM-Handbuch kopiert zu werden. Dieser Pflegestandard muss in einem Qualitätszirkel diskutiert und an die Gegebenheiten vor Ort anpasst werden.
  • Unverzichtbar ist immer auch eine inhaltliche Beteiligung der jeweiligen Haus- und Fachärzte, da einzelne Maßnahmen vom Arzt angeordnet werden müssen. Außerdem sind etwa einige Maßnahmen bei bestimmten Krankheitsbildern kontraindiziert.
  • Dieser Standard eignet sich für die ambulante und stationäre Pflege. Einzelne Begriffe müssen jedoch ggf. ausgewechselt werden, etwa "Bewohner" gegen "Patient".

 

Dieses Dokument ist auch als Word-Dokument (doc-Format) verfügbar. Klicken Sie hier!

 
Standard "Kieferkontrollgriff"
Definition:
  • Viele Krankheitsbilder beeinträchtigen die Kopfkontrolle. Die betroffenen Klienten sind dann nicht oder nur eingeschränkt in der Lage, den Kopf gerade zu halten und den Kiefer zu öffnen bzw. zu schließen.
  • Pflegekräfte müssten also mit einem Arm den Kopf fixieren und mit der Hand des anderen Armes die Kieferkontrolle unterstützen. Dann jedoch wäre keine Hand mehr frei, um etwa einen Löffel mit Nahrung zum Mund zu führen oder die Zahnbürste zu halten.
  • Der Kieferkontrollgriff bietet in vielen dieser Fälle eine praktikable Lösung an. Er kann entweder von der Seite oder von vorne ausgeführt werden.
Grundsätze:
  • Grundsätze: " Für die Durchführung des Kieferkontrollgriffs ist ein gewisses Maß an Vertrauen des Klienten zur Pflegekraft erforderlich. Insbesondere bei der Durchführung von hinten oder von der Seite sind viele Betroffene nicht in der Lage, das Geschehen zu verfolgen.
Ziele:
  • Die Pflegemaßnahme wird sicher durchgeführt.
  • Die Anforderung einer zweiten unterstützenden Pflegekraft kann unterbleiben.
  • Der Bewohner fühlt sich sicher.
Vorbereitung: Indikation
  • Der Kieferkontrollgriff eignet sich für Klienten mit moderaten Beeinträchtigungen. Also immer dann, wenn die Kopfkontrolle zumindest eingeschränkt verfügbar ist und nur eine leichte Führung des Kopfs und des Unterkiefers erforderlich ist. Bei umfassenderen Schädigungen ist i.d.R. eine zweite Pflegekraft notwendig.
  • Verfügt der Klient über eine vergleichsweise gute Kopfkontrolle, wird der Kieferkontrollgriff von vorne gewählt. Ansonsten wird die Maßnahme von hinten oder seitlich durchgeführt.
weitere Maßnahmen
  • Die korrekte Durchführung wird regelmäßig im Rahmen von Pflegevisiten überprüft.
Durchführung: Durchführung von hinten / von der Seite

  • Die Pflegekraft steht seitlich neben dem Klienten oder hinter ihm.
  • Sie führt den Arm von hinten um den Kopf des Klienten herum.
  • Sie platziert den Zeigefinger zwischen Unterlippe und Kinn. Der Mittelfinger liegt am Mundboden. Der Daumen liegt in Höhe des Kiefergelenks.
  • Der Kopf des Klienten kann nun durch die Kraft des Ober- und des Unterarmes sicher gehalten und geführt werden. Die Hand selbst kann das Öffnen und Schließen des Kiefers unterstützen.
  • Der Vorteil dieser Durchführungsweise liegt darin, dass diese zwei Teilaufgaben durch nur einen Arm geleistet werden. Der zweite Arm bleibt frei für andere Tätigkeiten.
Durchführung von vorne

  • Wenn die Pflegekraft vor dem Klienten steht, liegt der Daumen in Längsrichtung unter der Unterlippe.
  • Der Zeigefinger wird in Höhe des Jochbeins abgelegt. Dann platziert die Pflegekraft den Mittelfinger unter dem Kinn.
Weiteres
  • Wenn ein Beißreflex einsetzt, kann der Kiefer zur Seite und nach vorn geschoben werden. Damit kann insbesondere ein Zungenbiss abgewendet werden.
  • Die Pflegekraft kann zudem unterhalb des Kinns in Richtung Kehlkopf streichen. Damit wird die Unterzungenmuskulatur stimuliert und der Nahrungstransport in Richtung Schlund gefördert. Sie kann zudem prüfen, ob sich der Kehlkopf während des Schluckvorgangs hebt. Dieses ist insbesondere wichtig im Rahmen der Aspirationsprophylaxe.
Nachbereitung:
  • Die nun geplanten Pflegemaßnahmen können sich nun anschließen, also etwa die Mundpflege oder das Eingeben von Nahrung.
Dokumente:
  • Berichtsblatt
  • Pflegeplanung
Verantwortlichkeit / Qualifikation:
  • alle Pflegekräfte
 
   
 
 
Weitere Informationen zu diesem Thema
Schlüsselwörter für diese Seite Kieferkontrollgriff; Essen; Trinken; Ernährung; Nahrung; Mundpflege
Genereller Hinweis zur Nutzung des Magazins: Zweck unserer Muster und Textvorlagen ist es nicht, unverändert in das QM-Handbuch kopiert zu werden. Alle Muster müssen in einem Qualitätszirkel diskutiert und an die Gegebenheiten vor Ort anpasst werden. Unverzichtbar ist häufig auch eine inhaltliche Beteiligung der jeweiligen Haus- und Fachärzte, da einzelne Maßnahmen vom Arzt angeordnet werden müssen. Außerdem sind etwa einige Maßnahmen bei bestimmten Krankheitsbildern kontraindiziert.