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Version 1.51
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Standard "Kieferkontrollgriff"

 
Die unzureichende Kopfkontrolle von Schlaganfallpatienten erschwert sowohl die Nahrungseingabe wie auch die Mundpflege. Ein besonderer Griff unterstützt  mit einem Arm die Kopfposition und stabilisiert gleichzeitig den Kiefer. Die andere Hand bleibt dann frei.
 

Wichtige Hinweise:

  • Zweck unseres Musters ist es nicht, unverändert in das QM-Handbuch kopiert zu werden. Dieser Pflegestandard muss in einem Qualitätszirkel diskutiert und an die Gegebenheiten vor Ort anpasst werden.
  • Unverzichtbar ist immer auch eine inhaltliche Beteiligung der jeweiligen Haus- und Fachärzte, da einzelne Maßnahmen vom Arzt angeordnet werden müssen. Außerdem sind etwa einige Maßnahmen bei bestimmten Krankheitsbildern kontraindiziert.
  • Dieser Standard eignet sich für die ambulante und stationäre Pflege. Einzelne Begriffe müssen jedoch ggf. ausgewechselt werden, etwa "Bewohner" gegen "Patient".

 

Dieses Dokument ist auch als Word-Dokument (doc-Format) verfügbar. Klicken Sie hier!

 
Standard "Kieferkontrollgriff"
Definition:
  • Viele Krankheitsbilder beeinträchtigen die Kopfkontrolle. Die betroffenen Klienten sind dann nicht oder nur eingeschränkt in der Lage, den Kopf gerade zu halten und den Kiefer zu öffnen bzw. zu schließen.
  • Pflegekräfte müssten also mit einem Arm den Kopf fixieren und mit der Hand des anderen Armes die Kieferkontrolle unterstützen. Dann jedoch wäre keine Hand mehr frei, um etwa einen Löffel mit Nahrung zum Mund zu führen oder die Zahnbürste zu halten.
  • Der Kieferkontrollgriff bietet in vielen dieser Fälle eine praktikable Lösung an. Er kann entweder von der Seite oder von vorne ausgeführt werden.
  • Die Kieferkontrollgriffe sind Bestandteile des F.O.T.T. Konzeptes nach Kay Coombes
Grundsätze:
  • Für die Durchführung des Kieferkontrollgriffs ist ein gewisses Maß an Vertrauen des Klienten zur Pflegekraft erforderlich. Insbesondere bei der Durchführung von hinten oder von der Seite sind viele Betroffene nicht in der Lage, das Geschehen zu verfolgen.
  • Anleitung zu den Griffen ist erforderlich und sollte durch geschultes Personal erfolgen.
Ziele:
  • Die Pflegemaßnahme wird sicher durchgeführt.
  • Die Anforderung einer zweiten unterstützenden Pflegekraft kann unterbleiben.
  • Der Bewohner fühlt sich sicher.
  • Das Schlucken gelingt sicherer.
Vorbereitung: Indikation
  • Vor dem Kieferkontrollgriff ist immer für eine ausreichende Unterstützung des Rumpfes und bestmögliche Beckenaufrichtung zu sorgen. Keinesfalls darf ein Bewohner am Kopf aufrecht gehalten werden.
  • Der Kieferkontrollgriff eignet sich für Klienten mit moderaten Beeinträchtigungen. Also immer dann, wenn die Kopfkontrolle zumindest eingeschränkt verfügbar ist und nur eine leichte Führung des Kopfs und des Unterkiefers erforderlich ist. Bei umfassenderen Schädigungen ist i.d.R. eine zweite Pflegekraft notwendig.
  • Verfügt der Klient über eine vergleichsweise gute Kopfkontrolle, wird der Kieferkontrollgriff von vorne gewählt. Ansonsten wird die Maßnahme von hinten oder seitlich durchgeführt.
weitere Maßnahmen
  • Die korrekte Durchführung wird regelmäßig im Rahmen von Pflegevisiten überprüft.
Durchführung: Durchführung von hinten / von der Seite

  • Die Pflegekraft steht seitlich neben dem Klienten und ist um Augenhöhe bemüht um einen verkürzten Nacken zu vermeiden.
  • Sie führt den Arm von hinten um den Kopf des Klienten herum.
  • Sie platziert den Zeigefinger zwischen Unterlippe und Kinn. Der Mittelfinger liegt am Mundboden. Der Daumen liegt in Höhe des Kiefergelenks.
  • Der Kopf des Klienten kann nun durch die Kraft des Ober- und des Unterarmes sicher gehalten und geführt werden. Die Hand selbst kann das Öffnen und Schließen des Kiefers unterstützen.
  • Der Vorteil dieser Durchführungsweise liegt darin, dass diese zwei Teilaufgaben durch nur einen Arm geleistet werden.

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Weitere Informationen zu diesem Thema
Schlüsselwörter für diese Seite Kieferkontrollgriff; Essen; Trinken; Ernährung; Nahrung; Mundpflege
Genereller Hinweis zur Nutzung des Magazins: Zweck unserer Muster und Textvorlagen ist es nicht, unverändert in das QM-Handbuch kopiert zu werden. Alle Muster müssen in einem Qualitätszirkel diskutiert und an die Gegebenheiten vor Ort anpasst werden. Unverzichtbar ist häufig auch eine inhaltliche Beteiligung der jeweiligen Haus- und Fachärzte, da einzelne Maßnahmen vom Arzt angeordnet werden müssen. Außerdem sind etwa einige Maßnahmen bei bestimmten Krankheitsbildern kontraindiziert.